Geschichte
Von der Gründung in Aschaffenburg 1845 bis zur Verschmelzung mit dem Corps Hercynia 2015.
Historisches
Die Arminia ist aus dem Geiste der Französischen Revolution wie auch aus der als Idealismus bezeichneten Epoche am 4. Januar 1845 in Aschaffenburg entstanden.
Sie statuierte das Gleichheits- und Demokratieprinzip als auch die Brüderlichkeit. Ihre Mitglieder pflegten die in dieser Zeit geprägten Prinzipien als weltanschaulich, politisch, wissenschaftlich und religiös neutrale Verbindung. Im Corpsleben sowie im Alltag versuchten die Corpsstudenten auch Ritterlichkeit zu verkörpern und zu leben.
Forst und Jagd in Aschaffenburg
Im Jahre 1807 entstand in Aschaffenburg das erste Forstinstitut. In den 1820er Jahren gab es an dieser Hochschule eine sich als „Arminia“ bezeichnende Burschenschaft, welche sich über die Umwege der Verbindung „Sulphuritia“ und der Landsmannschaft „Arminia“ am 4. Januar 1845 als Corps konstituierte. Gemeinsam mit den anderen beiden Aschaffenburger Corps, Hubertia und Hercynia, bildete die Arminia im Jahre 1856 den Aschaffenburger Senioren-Convent (SC). Aufgrund der Schließung der Forsthochschule im Jahre 1910, siedelten die Aschaffenburger Corps am 31. Juli nach München über und wurden im selben Jahr in den Münchner Senioren-Convent aufgenommen.
Wechselhafte Zeit der Weltkriege
In den Jahren des Ersten Weltkriegs ruhte der aktive Corpsbetrieb. 1920 erwarb der Corpshausverein das Anwesen in der Schönfeldstraße, auf dem sechs Jahre später, nach An- und Umbaumaßnahmen, das Corpshaus eingeweiht wurde.
Unter dem Eindruck der durch die Nationalsozialisten erzwungenen Änderungen der Wesensmerkmale (wie z. B. das Führerprinzip oder die Durchsetzung der Ariergrundsätze) löste der Philisterausschuss 1936 das Corps auf. Daraufhin wurde im Corpshaus die Kameradschaft „Paul de Lagarde“ untergebracht, welcher Dank eines bestehenden Mietverhältnisses mit der „Deutschen Jägerschaft“ das Haus nicht übereignet werden musste. Am 6. Januar 1945, zwei Tage nach dem 100. Stiftungstag, wurde das Haus durch Fliegerbomben zu 2/3 zerstört.
In den Jahren 1946 bis 1948 wurde das Haus wiederhergestellt. 1949 verpachtete der Corpshausverein die untere Etage des Nordflügels an die bis heute bestehende Gaststätte „Halali.“
Rekonstitution und Nachkriegszeit
Am 24. Mai 1949 wurde der Corpsbetrieb wieder aufgenommen. Von 1949 bis 1952 beherbergte die Arminia in ihrem Hause die Corps Bavaria, Palatia, Franconia, Ratisbonia, Transrhenania und Rheno-Palatia. 1951 wurde der Münchner Senioren-Convent auf dem Arminianerhaus gegründet.
Am 13. Juni 2015 beschlossen die Gremien des mittlerweile suspendierten (ebenfalls aus Aschaffenburg stammenden) Corps Hercynia und des Corps Arminia, die Verschmelzung zum Corps Arminia. Das Corps tritt seither als Corps Arminia – Traditionsträger des Corps Hercynia auf. Damit entstand eines der mitgliederstärksten Corps mit etwa 350 Mitgliedern. Arminianer können nach den Pflichtpartien noch eine weitere auf das Hercynenband fechten, was bisher (Oktober 2026) siebenmal geschehen ist.